Agile ERP Einführung

vs. Wasserfall Methode
Agile ERP Einführung
Bloopark systems GmbH & Co. KG, Freddy Czaja

Mit der Einführung eines neuen ERPs sind viele Herausforderungen verbunden. Sie vorher abzuschätzen und in die Planung einzubeziehen ist ein guter Ansatz - aber nicht ausreichend. Die Realität zeigt immer wieder, dass erst beim Umsetzen des Projekts neue Ideen, Verbesserungen & Hindernisse sichtbar werden, die in der Planung nicht zu erkennen sind. Ein agil geführtes Projekt ist darauf vorbereitet und sieht die Veränderungen nicht als ein zeitraubendes Problem an, sondern als einen Teil des normalen Integrationsprozesses, der die Software noch besser macht.

Wasserfall-Modell

Um die Vorzüge der agilen ERP Einführung zu verstehen, schauen wir uns kurz die ursprüngliche Methodik des Wasserfall-Modells an. Bei dieser Art der Softwareentwicklung werden alle Schritte linear abgearbeitet; von der Anforderungsanalyse bis zur Integration & Auslieferung der Software. Durch diese fertigen Abläufe (die in der Planung definiert wurden), war diese Methode vorteilhaft für Anforderungen & Leistungen die sich nicht änderten. Die Nachteile sind aber vielfältig. 

Es entstehen Abfolgeprobleme oder Abgrenzungsprobleme, da Übergänge zwischen verschiedenen Softwarebereichen fließend sind und nicht separat betrachtet werden können. Auch führt das frühe Festschreiben von Anforderungen zu späteren (mehrfachen) Änderungen und daraus resultierenden hohen Kosten. Wird das System dann komplett eingeführt - was als “Big Bang” bezeichnet wird - besteht die Gefahr, dass vorher nicht erkannte Fehler, schwerwiegende Auswirkungen haben können.


Agile Softwareentwicklung

Agile Softwareentwicklung hat einen anderen iterativen (wiederholenden) und inkrementellen (schrittweisen) Ansatz. Agilität bedeutet hierbei beweglich zu sein, sich zu verändern & sich anzupassen. Änderungen der Anforderungen sind deshalb während des gesamten Prozesses willkommen, wenn sie Software & Prozesse verbessern oder einen Wettbewerbsvorteil schaffen. Kern der agilen Softwareentwicklung ist es zudem, Teilbereiche der Software in kurzen, regelmäßigen Abständen auszuliefern, um sie gewinnbringend im Unternehmen einzusetzen. 

Dazu werden Projektabschnitte in Releases (Sprints) organisiert und zeitnah vor der Umsetzung, detailliert geplant. Das hilft allen Beteiligten fokussiert zu bleiben und nicht den Faden zu verlieren - ganz besonders bei komplexen Projekten. 

Alle Beteiligten arbeiten hierbei in einem Projektteam zusammen, das sich selbst organisiert & täglich trifft (in echt oder virtuell). Der Kontakt zum Kunden ist jederzeit eng: Neue Sprints werden gemeinsam geplant; fertige Softwarebereiche gemeinsam bewertet, getestet & integriert. 

Stück für Stück wird so das gesamte ERP ausgeliefert, ohne dass Gefühl zu haben, auf der Stelle zu stehen. Große Projekte erscheinen nicht mehr unlösbar, sondern machbar, beinahe Spass;  Erfolge sind sichtbar und motivieren alle Beteiligten, sowohl beim Auftraggeber als auch beim Dienstleister.

Die Vorteile der Agilen Softwareentwicklung

  • Schlanke & flexible Entwicklung der Software

  • Schrittweise & schnelle Auslieferung fertiger Bereiche

  • Verbesserte Abstimmung mit Kunden

  • Flexible Integration von Kundenwünschen

  • Änderungen jederzeit möglich 

  • Erhöhung der Veränderungsgeschwindigkeit

  • Entwurfsphase wird reduziert & Planungen werden effektiver

  • Erhöhte Kunden- & Mitarbeiterzufriedenheit

  • Hohe Transparenz

  • Minimierung von Fehlern & Fehlentwicklungen

  • Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung

  • Kostenersparnis